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Dementer Kandidat: Bidens Wahlkampfchefin bestreitet nicht, dass er Antworten auf Journalistenfragen abliest

Die Demenz von Joe Biden habe ich schon einige Male thematisiert. Nun hat seine Wahlkampfchefin Jennifer O’Malley Dillon den Vorwurf, er antworte auf vorher eingereichte Fragen, indem er die vorbereiteten Antworten vom Teleprompter abliest, ausdrücklich nicht entkräftet, sondern um den heißen Brei herumgeredet.

Vergangene Woche hat Trump in einem Interview mit Fox News den Vorwurf erhoben, dass führende US-Medien mit Biden zusammenarbeiten, indem sie ihm vorher eingereichte Fragen stellen, auf die er vorbereitete Antworten vom Teleprompter abliest. Auch ich habe bereits die Frage aufgeworfen, ob Biden eigenständig in der Lage ist, auf Fragen zu antworten, denn es gab in letzter Zeit reichlich Beispiele dafür, wie Biden nicht einmal mehr wusste, in welcher Stadt er gerade auf der Bühne gesprochen hat.

Das US-Magazin Politico hat am Dienstag ein Video-Interview mit Joe Bidens Wahlkampfleiterin Jennifer O’Malley Dillon geführt und danach gefragt. Man muss die Frage und die Antwort genau lesen, denn sie hat den Vorwurf nicht zurückgewiesen, sondern in ihrer Antwort davon abgelenkt. Die Stelle finden Sie ab Minute 5.35 in dem Video.

Die Frage lautete:

„Wie reagieren Sie auf die Kritik, die wir von überall hören, Biden würde einen Teleprompter bei seinen Interviews nutzen?“

Die Frage war also eindeutig formuliert und sie hätte einfach nur sagen müssen: Nein, Joe Biden spricht bei seinen Interviews frei und außerdem arbeitet die Presse nicht mit uns zusammen oder gibt uns vorher ihre Fragen.

Stattdessen lautete die Antwort:

„Oh, nun, also, äh, ich würde zuerst einmal ganz klar sagen, dass der Vizepräsident den Teleprompter bei den Gelegenheiten nutzt, die man sieht, wenn er Reden hält, aber er ist ja jeden Tag draußen und bekommt Fragen von Reportern. Heute ist er in Florida und bekommt Fragen. Er hat in der letzten Woche bei seinen Reisen wohl vier oder fünf Mal Fragen gestellt bekommen. Wissen Sie, der Vizepräsident würde die Frage an Donald Trump weitergeben, denn was wir sehen ist, dass er, im Gegensatz zu Donald Trump, die Wahrheit sagt. Donald Trump tut das nicht, sehen Sie gestern hat er den Klimawandel und die Wissenschaft geleugnet, jeden Tag, also wir fühlen uns sehr sehr wohl damit, dass der Vizepräsident weiterhin reisen und täglich Fragen von Wählern und Reportern bekommen wird, so wir das weiterhin tun.“

Ein klares Dementi klingt in meinen Augen anders, denn sie hat nicht auf die gestellte Frage geantwortet, sondern davon abgelenkt. So zumindest mein Eindruck, aber darüber kann jeder für sich nachdenken.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft. Zeige alle Beiträge von Anti-Spiegel